O Heiland reiß die Himmel auf

O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf;
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring.

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.

O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern;
o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.

Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend zu dem Vaterland.

Da wollen wir all danken dir,
unserm Erlöser, für und für;
da wollen wir all loben dich
zu aller Zeit und ewiglich.

Text: Friedrich Spee von Langenfeld (1622), David Gregor Corner (1631)
Melodie: Köln (1638), Augsburg (1666)

Als Autor des Liedes wird Friedrich Spee gesehen. Erstmals veröffentlicht wurde das Lied 1622.

Der Komponist der bis heute gesungenen Melodie ist unbekannt.

Inhaltlich bezieht sich auf Lied auf einen Vers im Buch Jesaja: „Lasst es regnen, ihr Himmel oben! Ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit herabströmen. Dann bringt die Erde Gutes zum Blühen und lässt Gerechtigkeit hervorsprießen. Ich bin der HERR, der das alles erschafft.“ (Jes 45,8)

Es gibt die Sehnsucht der Menschen nach der Ankunft des Erlösers in barocktypischer Weise wieder. Es fand rasch Eingang in katholische Liedersammlungen. Von Protestanten wurde es lange als katholisches Adventslied gesehen und erst in der Neuzeit in das Evangelische Kirchen-gesangbuch aufgenommen. Heute ist es dort unter der Nummer 7 und im Gotteslob unter der Nummer 231 zu finden.

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