Es kommt ein Schiff geladen

Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein‘ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft‘ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.

Text: Daniel Sundermann 1626, nach Straßburg 1450
Melodie: Köln 1608

Dieses Lied ist sowohl ein Adventslied als auch ein Weihnachtslied. Es ist ein sehr altes Lied, sein Text soll ursprünglich vom Dominikanermönch Johannes Tauler, Straßburg 1300–1361, stammen. Die früheste nachgewiesene Textfassung geht auf den evangelischen Pädagogen und Schriftsteller Daniel Sudermann (1550–1631) zurück. Das Lied findet sich im Evangl. Gesangbuch unter der Nummer 8 und im Gotteslob unter der Nr. 236.

In einer Predigt zu diesem Lied heißt es mal: „Zwei Welten verbindet das Schiff: Himmel und Erde. Gott wirft Anker in unserer Welt. Nahrung für die Seele enthält das Adventsschiff, Gottes Wort und Süßigkeiten und kleine Geschenke. Proviant für die Lebensreise. Wenn wir Jesus an Bord haben, sind wir versorgt.“ Es gehört zu den ältesten geistlichen Gesängen in unserer Sprache. In manchen Frauenklöstern hat man es nicht nur gesungen, sondern auch getanzt.

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